Wir sind Mitglied in der :

Zu Frauchens großer Freude ist an Heiligabend ein kleiner zweiter sm-Hovi bei uns eingezogen -

er kommt von der Firma Steiff und unterstützt die Forschung betreffs der heimtückischen Krankheit Degenerative Myelopathie, für die sich ein Hovawartfreund mehr als nur eingesetzt hat - vergl. www.r-eysel.de!

Ich persönlich finde den Kleinen seltsam...der sagt noch nicht mal einen Pieps...selbst wenn ich mal kurz an seinem Vorderbein knabbere!?!

Aber, ich finde schon ok, dass er jetzt bei uns wohnt (er war sogar mit uns in Kurzurlaub...) und mit meiner Blutprobe, die Frauchen und unser Tierarzt mir für die Berner Uni zu Forschungszwecken "abgeschwatzt" haben, haben wir hoffentlich einen kleinen Beitrag zur Gesunderhaltung der Rasse Hovawart geleistet...

NEUIGKEITEN ZU DEN EINZELNEN PROJEKTEN

 

Abschluss des Lebershunt-Projektes Teil 1


Der erste Teil des Forschungsprojektes ist abgeschlossen. Dieses Projekt wurde in in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universität Utrecht, NL, der Universität Gießen, D und dem Broad Institute, Cambridge, Ma, U.S.A / Universität Uppsala, S, durchgeführt. Die "Gesellschaft für kynologische Forschung" hat mit 20'000 € dieses Projekt unterstützt, wobei die "Hovawart Zuchtgemeinschaft Deutschland, e. V". (HZD) und der "Rassezuchtverein für Hovawart Hunde, e. V." (RZV) zu gleichen Teilen mit je 2000 € zum Projekt beigetragen haben.

 

Wie entstand das Projekt?


1984 wurden in der europäischen Hovawart-Zucht die ersten familiär gehäuften Fälle von portosystemischem Shunt (PSS) an der Universität Bern diagnostiziert. 1990/1991 traten die ersten beschriebenen Fälle von PSS in Deutschland auf, 1999 fiel in Holland ein Wurf mit zwei Welpen mit Lebershunt. 2000 hat die "Internationale Hovawart-Föderation" (IHF) ein Lebershunt-Projekt ins Leben gerufen. Dieses Projekt wurde finanziell aus dem Solidaritätsfond des RZV gefördert, indem für jede eingesandte Blutprobe 60 € an den Besitzer des Hundes gezahlt wurde, unabhängig aus welchem Land oder aus welchem Verein der Hund stammte. Diese Unterstützung wurde Ende 2008 durch den RZV beendet.
Grundlagen
PSS ist eine meist angeborene Gefässmissbildung der Leber. Das Blut mit Nährstoffen wird gesamthaft oder teilweise direkt in den "Grossen Kreislauf" geleitet, ohne die Leber zu passieren. Dadurch werden vor allem giftige Abfallstoffe in der Leber nicht abgebaut und können direkt in die Organe, insbesondere das Gehirn gelangen. Zusätzlich wird die Leber selbst mit zu wenig Blut und essentiellen Substanzen versorgt und bleibt klein. Ebenso fehlen auch anderen lebenswichtigen Organen Nährstoffe. Hunde mit einem PSS bleiben oft schmächtig und wachsen im Vergleich mit gesunden Geschwistern langsamer.
Es kommt zu zentralnervösen Störungen und sehr variablen Symptomen wie Appetitlosigkeit, krankhaft gesteigertem Durst, Erbrechen, Durchfall, Apathie, Ataxie, Koma und in schweren Fällen auch Tod des betroffenen Hundes. Ohne eine aufwändige und entsprechend kostspielige Therapie (Diät/Operation) ist die Lebenserwartung sehr gering.
Die Anzahl der PSS-Fälle beim Hovawart nimmt seit dem ersten dokumentierten Auftreten 1984 jährlich zu (Abb. 3). Dies ist erklärbar einerseits durch die Zunahme von Inzucht und damit der Zunahme von Trägertieren, aber auch durch eine verbesserte Diagnostik.
Bis im Juni 2010 waren 82 Würfe mit z. T. mehreren Shunt-Hunden im gleichen Wurf in 15 verschiedenen Ländern bekannt.

Blutproben und Analyse


Die Probensammlung begann 2000. Bis im Juni 2010 lagen von 42 kranken Hunden aus 37 Würfen eine Blutprobe vor.
Ab und zu kam die Frage auf, wieso denn nicht in früheren Jahren schon Analysen durchgeführt werden konnten, wenn doch schon so lange Blut gesammelt wird. Der Grund lag einzig in der Technik der positionellen Klonierungen. Es gibt zwei verschiedene experimentelle Ansätzen, um solche Klonierungen durchzuführen. Bis ca. 2007 wurden sogenannten Kopplungsstudien in Familien durchgeführt. Dafür ist ein umfangreiches Familienmaterial notwendig. Anfangs 2007 lagen aber erst 9 mehr oder weniger vollständige Würfe vor, so dass bis zum damaligen Zeitpunkt keine sinnvollen Analysen durchgeführt werden konnten. Ab ca. Ende 2007 wurden genomweite Assozationsstudien technisch realisierbar, mit denen an einer DNA-Probe gleichzeitig bis zu 170'000 Einzelbasenaustausche (SNPs) genotypisiert werden können. Bei einer genomweiten Assoziationsstudie können die kranken und gesunden Hunde zudem aus unterschiedlichem familiärem Umfeld stammen, was das Zusammenstellen der Proben stark vereinfacht.


Ergebnisse


In einer ersten Analyse haben wir zunächst 15 kranke Hovawart-Hunde und 15 gesunde Hovawart-Hunde ausgewählt. Von jedem dieser Hunde wurde die DNA isoliert und ca. 50‘000 genetische Marker (SNPs), untersucht. Anschliessend haben wir die Marker-Genotypen der Fälle mit den Genotypen der Kontrollen im Rahmen einer genomweiten Assoziationsstudie verglichen. In dieser Analyse zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen Fällen und Kontrollen.
In einer zweiten Analyse haben wir das Probenmaterial erweitert und insgesamt 42 Fälle und 52 Kontrollen mit 170‘000 Markern typisiert. Im Laufe der Analyse mussten einige Hunde aufgrund von unvollständigen Laboruntersuchungen bzw. unklaren Diagnosen von der Analyse ausgeschlossen werden. Schlussendlich ergab die Analyse von 34 sicher diagnostizierten Fällen und 46 zuverlässigen Kontrollen, Hinweise auf einen genetischen Risikofaktor auf dem Chromosom 12. Daneben gab es noch einige schwächere Hinweise für weitere genetische Risikofaktoren auf den Chromsomen 5 und 10 und dem X-Chromosom.
Genomweite Assoziationsstudien stellen ein statistisches Verfahren dar, bei dem auch falsch positive Signale erhalten werden können. In der Regel werden nur solche Signale weiterverfolgt, deren Irrtumswahrscheinlichkeit unter 5% liegt (p < 0.05). In unserer Analyse erreichte gerade ein einziger der 170‘000 getesteten Marker mit einem p-Wert von 0.048 dieses Signifikanzniveau.


Zusammenfassung


(1) Der portosystemische Shunt beim Hovawart ist erblich.
(2) Es gibt keinen Unterschied zwischen Hündinnen und Rüden.
(3) Das Fehlen einer stärker signifikanten Assoziation spricht angesichts der grossen Zahl untersuchter Tiere sehr deutlich dafür, dass der intrahepatische PSS beim Hovawart nicht monogen autosomal rezessiv, sondern komplex vererbt wird. Vermutlich sind mehrere genetische Risikofaktoren beteiligt.
(4) Die Identifikation eines genomweit signifikant assoziierten Genorts für PSS auf Chromosom 12 ist ein ermutigendes Zwischenergebnis.


Ausblick


Das Projekt wird weitergeführt, um als Ziel einen Gentest für den portosystemischen Shunt beim Hovawart zu entwickeln. Um bei einer komplexen Vererbung die genetischen Risikofaktoren zu identifizieren, müssen noch weitere Proben untersucht werden können (total mindestens 100 Fälle und 100 Kontrollen). Die Genotypen der vorliegenden Analysen können dabei wieder verwendet werden. Momentan laufen Analysen bei anderen Rassen, um die erhaltenen Ergebnisse beim Hovawart zu verifizieren.


Es ist sehr bedauerlich, dass von den 82 Würfen in denen in den vergangenen Jahren Shunt-Hunde diagnostiziert wurden, nur gerade die Blutproben aus 37 Würfen vorlagen. Jede Blutprobe bringt uns dem Ziel eines Gentests einen Schritt näher. Um möglichst bald die genetischen Risikofaktoren für den Lebershunt beim Hovawart identifizieren zu können, bitten wir die Hovawart-Vereine, Züchter und Besitzer uns Blutproben von Hunden mit einem Lebershunt und wenn möglich auch deren Eltern und Geschwister zu schicken.

weiter Informationen hier.